Hofkirche Köpenick (Baptisten)

Baptistische Prinzipien

Baptisten sind hierzulande und weltweit ziemlich bunt. Aber in sechs Punkten sind wir uns ziemlich einig, den baptistischen Grundsätzen (baptist principles):

  1. Die Bibel als Gottes Wort – daher ist sie alleinige Regel und Richtschnur für Glauben und Leben.
    Allein die Heilige Schrift – das verbindet die Kirchen der Reformation. Die Bibel will gelesen werden, ausgelegt, verstanden und gelebt sein. Begriffe wie „bibeltreu“, „evangelikal“ und „fundamentalistisch“ halten wir für wenig hilfreich. Wie wir Abschnitte der Heiligen Schrift verstehen sollen, ist immer wieder miteinander zu klären.
  2. Die Gemeinde der Gläubigen – daher der Auftrag zu Evangelisation und Diakonie.
    Die Gemeinde besteht aus glaubenden Menschen. Wobei wir wissen, dass keiner dem anderen ins Herz schauen kann. Wir wissen auch, dass Gemeinde kein Selbstzweck ist. Gerne wollen wir anderen Menschen sagen, was uns Jesus Christus bedeutet. Und da, wo wir es können, wollen wir anderen dienen.
  3. Die Taufe auf das Bekenntnis des Glaubens – daher Verbindung von Taufe und Gemeindemitgliedschaft.
    Alle Kirchen taufen auf das Bekenntnis des Glaubens, wobei nicht immer der Täufling das Bekenntnis schon selber sprechen muss. In der Tauffrage tanzen die Baptisten in der weltweiten, kindertaufenden Christenheit aus der Reihe. Das tut uns leid – aber siehe Punkt 1. Wir knüpfen an die Praxis der ersten Christen an und taufen nur Menschen, die es selber wollen.
  4. Das allgemeine Priestertum aller Gläubigen – daher keine Ämterhierarchie (Rangordnung).
    Kein Mensch muss jemals zwischen mir und Gott vermitteln. Das macht Jesus Christus für uns. Und wir? Wir haben verschiedene Begabungen und Aufgaben. Aber deshalb hat niemand von uns einen besonderen Draht zu Gott. Leute in Leitungsverantwortung werden von der Gemeinde auf Zeit gewählt.
  5. Die Selbstständigkeit der Ortsgemeinde – daher kein mit besonderen Befugnissen ausgestatteter kirchlicher Überbau.
    Baptisten bestehen darauf, dass die jeweilige Ortsgemeinde autonom ist. Was gilt und was zu tun ist, das bestimmen wir in Verantwortung vor Gott und voreinander vor Ort. Wir bezahlen es auch selbst. Selbsständigkeit kann natürlich auch zum Schmoren im eigenen Saft führen. Darum bilden wir als Gemeinden einen Bund und sehen uns als eine Familie in der weltweiten Christenheit.
  6. Glaubens- und Gewissensfreiheit – daher Trennung von Kirche und Staat.
    Das Grundgesetz unseres Staates garantiert Religionsfreiheit. Das ist toll und war nicht immer so. Wir stehen für die Freiheit des Glaubens in unserem Land und auf der ganzen Welt. Dass wir uns als Christen und Bürger in die Gesellschaft einmischen, ist selbstverständlich. Übrigens wollen wir nicht, dass der Staat für uns Kirchensteuer einzieht. Das kriegen wir alleine und freiwillig hin.